Edelrid Gurte - Auffanggurte EN 361 - Haltegurte EN 358 - Sitzgurte EN 813 - Rettungsdreiecke EN1498 - Baumpflegegurte  EN 358 / EN 813

Auffanggurte (EN 361)

Auffanggurte sind Haltevorrichtungen für den Körper, um den freien Fall einer Person aufzufangen. Sie bestehen aus Gurtbändern, Beschlagteilen, Schnallen und anderen Einzelteilen, die so angeordnet sind, dass der Gurt den ganzen Körper einer Person unterstützt, während des Auffangens aufrichtet und ihn beim Hängen in einer aufrechten Position hält. Auffanggurte werden entsprechend der Anforderungen der EN 361 hergestellt und geprüft. Die EN 361 gestattet es auch, dass Auffanggurte in Kleidungsstücke wie z.B. Warn- oder Schwimmwesten integriert werden können.

 

Besondere Anforderungen an Auffanggurte:

Der Auffanggurt muss das sichere Auffangen und Hängen des Nutzers gewährleisten. Zudem muss die Überprüfung der sicheren Funktion einfach möglich sein. Um dies zu gewährleisten sind laut Norm folgend Vorgaben zu erfüllen:

  • Brust-, Schulter- und Beinschlaufen müssen verstellbar sein, damit sich der Gurt optimal auf den Körper anpassen lässt.
  • Alle tragenden Gurtbänder im Auffanggurt müssen eine Mindestbreite von 40 mm haben.
  • Alle Auffangösen müssen sich über dem Körperschwerpunkt befinden, damit der Köper nach dem Sturz aufrecht gehalten wird.
  • Alle Ösen, die zum Auffangen genutzt werden dürfen, müssen mit einem A gekennzeichnet sein.
  • Zur einfachen Überprüfung müssen alle Nähte eine Kontrastfarbe zum Gurtband aufweisen.

 

Kennzeichnung der Auffangösen

Alle Ösen, die zum Auffangen genutzt werden dürfen, müssen mit einem A gekennzeichnet sein. Um das Anlegen des Gurtes zu erleichtern ist die sternale Auffangöse, also die Öse im Brustbereich, häufig zweigeteilt. Die beiden Teile müssen immer zusammengefasst werden um eine vollwertige Öse zu erhalten und sind daher mit A/2 gekennzeichnet. Weist der Gurt weitere Anschlagösen auf (z.B. seitliche Halteösen) die nicht mit einem A gekennzeichnet sind, dürfen diese auch nicht zum Auffangen verwendet werden.

 

Haltegurte (EN 358)

Ein Haltegurt dient zum Rückhalten von einer Absturzkante oder auch zur Arbeitsplatzpositionierung an einer Struktur. Haltegurte dürfen maximal im Sinne des „Hineinlehnens“ belastet werden. Sobald ein freies Hängen möglich ist, müssen andere oder weitere Systeme verwendet werden. Halteösen sind prinzipiell um den Hüftgurt herum angeordnet. Die meisten Haltegurte besitzen zwei laterale, also seitliche Halteösen aus Metall oder Textil. Aber auch Bauch- oder Rückenseitige Ösen können nach EN 358 zertifiziert werden. Weil auch „hineinlehnendes“ Arbeiten mal länger dauern kann fordert die Norm eine Mindestbreite des Hüftgurtbandes- oder Polsters.

 

Auffang- und Haltegurte EN 361 / EN 358

Auffang- und Haltegurte erfüllen sowohl die Anforderungen für Auffanggurte nach EN 361, als auch die für Haltegurte nach EN 358. Gurte zur Absturzsicherung und zur Arbeitsplatzpositionierung sind mit einer brustseitigen (sternalen) und/ oder einer Rückseitigen (dorsalen) Auffangösen nach EN 361 und zusätzlich mit zwei seitlichen Positionierungsösen nach EN 358 zur Arbeitsplatzpositionierung ausgestattet. Damit sind Auffang- und Haltegurte die idealen Gurte bei allen Einsätzen, bei denen sich der Anwender nicht nur gegen Absturz sichern, sondern auch (z.B. beim Besteigen von Masten oder Antennen) zwischenzeitlich fixieren muss um beispielsweise beidhändige Arbeiten ausführen zu können.

 

Sitzgurte EN 813

Sitzgurte (auch Hüftgurte genannt) verfügen über eine ventral, also bauchseitig angebrachte Anseilöse  Diese Anseilöse darf im Sinne des freien Hängens geplant belastet werden, zum Beispiel in Kombination mit Abseilgeräten gem. EN 12841-C. Sitzgurte, die ausschließlich der EN 813 entsprechen kommen in der Regeln bei der SKT der Baumpflege zum Einsatz, da hier ohne Auffangsystem gearbeitet werden darf.  In der Seilzugangstechnik sind Sitzgurte gem. EN 813 immer mit einem Brustgurt-Oberteil ausgestattet das sie zu einem Auffanggurt gem. EN 361 komplettiert. Da die meisten Sitzgurte auch laterale Halteösen besitzen sind die dreifach zertifizierten Gurte (EN 813, EN 358 und EN 361) der Seilzugangstechnik die absoluten Allrounder des Absturzschutzes.

 

Baumpflegegurte (EN 358 / EN 813)

Baumklettergurte sind meistens als Sitz- und Haltegurte zertifiziert. Darüber hinaus besitzen sie einige Besonderheiten, die das Arbeiten im Baum erleichtern. Als Anseilpunkt dient in den meisten Fällen eine gleitende Seilbrücke, das sogenannte Sliding D. Durch den beweglichen Anseilpunkt wird dem Baumkletterer eine größtmögliche Bewegungsfreiheit geboten da man sich im Baum deutlich dreidimensionaler bewegt als z.B. beim Industrieklettern. Darüber hinaus besitzen Baumpflegegurte zwei seitliche Halteösen nach EN 358 um sich im Baum mit einem Verbindungsmittel fixieren zu können, wenn beispielsweise beidhändige Arbeiten (z.B. Einsatz der Motorsäge) zu verrichten sind. Baumpflegegurte können mit einem Brustgurt kombiniert werden müssen aber nicht zwingend als Auffanggurt nach EN 361 zertifiziert sein.

 

Rettungsdreiecke und Rettungsschlaufen (EN 1498)

Hierbei handelt es sich um Rettungsschlaufen oder speziell angefertigte Rettungsdreiecke, die ein direktes Einbinden einer verletzten Person in ein Rettungssystem nach EN 363 ermöglichen. Im Notfall lässt sich die zu rettende Person damit schnell aus dem Gefahrenbereich bringen Bei Rettungsschlaufen werden 3 Klassen unterschieden:

  • Klasse A: Rettungsschlaufe die so gestaltet ist, dass die zu rettende Person von den auf dem Rücken und unter den Armen liegenden Gurtbändern gehalten wird.
  • Klasse B: Rettungsschlaufe die so gestaltet ist, dass die zu rettende Person während des Rettungsvorganges durch die Gurtbänder der Rettungsschlaufe sitzend gehalten wird.
  • Klasse C: Rettungsschlaufe die so gestaltet ist, dass die zu rettende Person während des Rettungsvorganges in einer Position mit dem Kopf nach unten gehalten wird, und die Gurtbänder der Rettungsschlaufe um die Fußknöchel liegen.