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Kernmantelseile

Das von EDELRID 1953 entwickelte Konzept des Kernmantelseils ist in der modernen Seiltechnik nicht mehr weg zu denken. Das Prinzip dahinter ist eine zweiteilige Konstruktion aus einem tragendem Seilkern und einem schützenden Mantel. Hauptvorteil von Kernmantelseilen ist das hohe Energieaufnahmevermögen. Also die Fähigkeit, die bei einem Sturz auftretende Energie durch Dehnung zu absorbieren. Durch entsprechende Konstruktions- und Veredelungsverfahren können die dynamischen bzw. statischen Eigenschaften von Kernmantelseilen gezielt beeinflusst werden. Man unterscheidet im Wesentlichen zwei Typen:

 

  • Dynamikseile nach EN 892: hohes Energieaufnahmevermögen und geringe Fangstöße
  • Kernmantelseile mit geringer Dehnung nach EN 1891: hohe Reißfestigkeit und geringe Dehnungswerte

Der Begriff „Statikseil“ wird im deutschen Sprachgebrauch nicht einheitlich verwendet. Ist von Statikseilen die Rede, so sind in den meisten Fällen halbstatische Seile bzw. Kernmantelseile mit geringer Dehnung gemeint. Anders als der Begriff vermuten lässt, besitzen halbstatische Seile durchaus dynamische Eigenschaften, auch wenn diese deutlich geringer ausfallen als bei einem Dynamikseil. Halbstatische Seile haben eine Gebrauchsdehnung von unter 5 % (Sportkletterseile haben zwischen 7 und 10 %) und können daher durchaus einen Sturz abfangen. Dies ist allerdings nicht zu empfehlen, da dieser deutlich härter ausfallen würde als bei einem Dynamikseil bzw. unangenehme Folgen für den Anwender haben würde. Aus diesem Grund werden halbstatische Seile in erster Linie zur Arbeitsplatzpositionierung und zu seilunterstützenden Arbeiten verwendet, wo keine größeren dynamischen Belastungen zu erwarten sind.

 

Daneben gibt es statische Seile im eigentlichen Sinn. Dies sind meist Geflechte aus Kevlar, Dyneema® oder Stahl. Sie weisen nur minimale Dehnungswerte auf und besitzen keinerlei dynamisches Energieaufnahmevermögen. Aus diesem Grund dürfen sie in der PSA-Anwendung nur mit zusätzlichen Dämpfungssystemen verwendet werden. Daneben werden solche Konstruktionen im Schwerlastbereich zum Heben von Lasten, oder bei Seilaufbauten und Seilzügen eingesetzt, wo minimale Dehnungswerte von Vorteil sind.

 

Statikseile (Kernmantelseile mit geringer Dehnung)

Kernmantelseile mit geringer Dehnung werden nach EN 1891 geprüft. Die Norm unterscheidet zwei Anforderungsprofile: Typ A und Typ B.

Seile des Typ A sind Statikseile, die für Arbeiten konstruiert sind, bei denen der Arbeiter durch ein Seil gesichert ist, einschließlich aller Arten der Arbeitspositionierung und des Rückhaltens. Hierzu gehört auch seilunterstütztes Arbeiten bei der Rettung oder in der Höhlenforschung.

Bei Seilen des Typ B handelt es sich um Statikseile, die im Vergleich zu den Seilen der Form A geringere Leistungsmerkmale (geringeres Gewicht, kleinerer Durchmesser und geringere Festigkeit) erfüllen und daher größere Sorgfalt bei deren Verwendung erfordern ist. Sie werden in erster Linie bei Rettungsvorgängen mit geeigneten Abseilgeräten verwendet (z.B. EN 341).

 

Reepschnüre

Reepschnüre sind statische Kernmantelkonstruktionen mit einem Durchmesser von 4 bis 8 mm. Sie werden als Hilfsleinen zum Aufziehen von leichten Lasten, als Ankerpunkte oder als Prusikschlinge verwendet. Die Norm EN 564 schreibt eine Mindestbruchkraft je Durchmesser vor:

 

Sonderformen

Im Bereich der Statikseile gibt es eine Reihe von Sonderkonstruktionen. Auf einige soll im Folgenden kurz eingegangen werden.

 

Canyoningseile:

Als Canyoningseile werden Statikseile des Typ A oder B verkauft. Sie werden aus unterschiedlichen Materialien gefertigt. Zum einen gibt es Seile mit einem Mantel aus Polyamid, was die Abriebfestigkeit erhöht, und einem Kern aus Polypropylen, was sie leicht und schwimmfähig macht. Zum anderen gibt es Seile bei denen Mantel und Kern aus Polyamid gefertigt sind. Sie sind schwerer und nicht schwimmfähig, weisen aber eine deutlich höhere Höchstzugkraft auf, als Seile mit einem Polypropylen-Kern. Canyoningseile haben häufig leuchtende Farben um die Sichtbarkeit im Wasser zu erhöhen.

 

Baumkletterseile:

Eine Ausnahme hinsichtlich der Konstruktion bilden Statikseile zum Baumklettern. Hier werden vor allem eine hohe Abriebfestigkeit, eine geringe Gebrauchsdehnung und gute Handlingseigenschaften gefordert. Baumkletterseile haben einen vergleichsweise großen Durchmesser und einen hohen Mantelanteil. Eine besonders griffige Mantelstruktur erleichtert den Aufstieg am Seil und leuchtende Farben erhöhen die Sichtbarkeit. Damit sich Baumpflegeseile gut Spleißen lassen werden hier häufig Kerngeflechte eingesetzt.